Kundgebung "Zurück in die Freiheit" - Was bleibt?


Man durfte gespannt sein, wie viele Menschen trotz garstigem Wetter den Weg nach Zürich unter die Räder oder Füsse nehmen würden. Die Rechnung des Veranstalters schien aufzugehen: Der Helvetiaplatz (und leider auch die Beschallung schien dem . Publikumsaufkommen nicht gerecht zu werden. Das Line-up der Kundgebung wirkte überladen und kopflastig: Sehr viele Informationen, welche wir längst kennen und einige Redner, welche nicht unbedingt dazu geboren sind, Menschen in ihren Bann zu ziehen. Natürlich gab es, auch die anderen. Ihnen gelang es, den Funken zu zünden und die Leute aufzurütteln.


Trotz Veranstaltungsmotto "Zurück in die Freiheit" rief der Veranstalter auf Druck der Polizei in regelmässigen Abständen dazu auf, Schutzmasken aufzusetzen und zog sich selbst eine an, wohl in erster Linie um irgendwie den Anlass zu retten. Konsequenterweise weigerten sich die TeilnehmerInnen, dieser Anordnung der Polizei Folge zu leisten. Immerhin gelang es so, die Polizei von ihrem Vorhaben abzubringen, die Kundgebung vorzeitig aufzulösen.


Was bleibt zurück? Darf ich ehrlich sein? Rein gar nichts! Die Menschen kamen, hörten zu, riefen und applaudierten und gingen wieder nach Hause. Keine Magie, wenig Emotionen, kein Gefühl von "miteinander" und wohl auch keine Nachhaltigkeit. All das, was uns aus Berlin berichtet wird - die Schweiz ist meilenweit von einem solchen Umbruch entfernt. Jetzt gelte es, den Schwung aus Zürich mitzunehmen. Welchen Schwung?


Die übermitteltenBilder aus Berlin machen betroffen ob der Gewaltbereitschaft der Polizei. Wie Vieh wurden die Menschen durch die Strassen Berlins getrieben, fernab von jeglicher Menschenwürde und dem Respekt vor dem Nächsten. Bei diesem Vorgehen verstiess die Polizei selbst gegen die Vorwürfe, welche sie den Teilnehmern der Kundgebung "Berlin Invites Europe" machten: Dadurch dass sie die Menschen zusammenpferchten, konnten die wenigsten den vorgeschriebenen Mindestabstand einhalten. In ihrer Ohnmacht sangen die Menschen voller Inbrunst die Deutsche Nationalhymne. "Einigkeit und Recht und Freiheit", Selbstverständlichkeiten, welche im Deutschland 2020 nicht mehr zu gelten scheinen. Der Rechtsstaat ist definitiv ausser Kraft gesetzt. Deutschland hat sich innerhalb von wenigen Wochen von einer Demokratie zu einer Meinungs- und Hygiene-Diktatur gewandelt.


Und was macht die Welt? Sie schaut zu und empört sich über den Mangel an Zwangssolidarität der aufgewachten Menschen. Gerade unser Staatspropagandasender SRF gab sich wiederum keine Blösse und trumpft einmal mehr mit einer tendenziösen Berichterstattung aus Berlin auf. Demnach war die Demonstration geprägt von Reichsbürgern, Rechtsextremen und Verschwörungs-Theoretikern. Auch quantitativ wusste SRF natürlich bestens Bescheid: "Nur ein verschwindend kleiner Teil der Bevölkerung" sei an den Demonstrationen beteiligt, während 90% der deutschen Bevölkerung die Massnahmen der Regierung unterstützen und mittragen würden. Auch Zürich wurde erwähnt: Während NAU.CH von Tausenden "Conronaleugnern" schreibt, berichtet SRF von "mehreren hundert" Menschen, welche die Corona-Politik des Bundes kritisiert hätten. Letztendlich spielt es eigentlich keine Rolle, wie viele Menschen an einem Protest teilnehmen. Viel wichtiger wäre doch, dass die Politik, welche diese Massnahmen beschliesst und deshalb verantwortlich ist für deren Auswirkungen, ihre Verantwortung wahrnimmt und auf die Menschen zugeht, welche ihre Auffassung nicht teilen. Doch dies geschieht viel zu selten und man darf gespannt sein, ob und welche Medien die Einladung von Dr. jur. Philipp Kruse annehmen würden, den kontroversen Diskurs zu einem kontroversen Thema aufzunehmen.


Am nächsten Samstag schon was vor?

Am 5. September 2020 findet in Flüelen der Spaziergang nach Altdorf zum Telldenkmal statt. Jedermann und Frau ist herzlich eingeladen, an diesem Spaziergang teilzunehmen. Das Wetter scheint mit zu spielen, momentan werden Sonnenschein mit bis zu 23 Grad erwartet. Treffpunkt ist um 13:00 Uhr am Bahnhof Flüelen und der Spaziergang dauert ca. eine Stunde.


Weitere Infos zu diesem Anlass gibt es hier.

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